Die Bierhähne gastierten am Freitag erstmals in der Lausitzhalle

Pressemitteilung der Sächsischen Zeitung vom01.11.2010 von Jost Schmidtchen; Foto: Jost Schmidtchen

Die Bierhähne bekämpfen weiblichen Terrorismus am liebsten beim Frühschoppen

Für viele Besucher war es nicht die erste Begegnung mit Blumi und Hans-Jürschn, den „Bierhähnen“ aus Radeberg; Viele haben schon die Brauerei besucht, andere waren beim Auftritt in der Geierswalder Ulknudel dabei. Weil den beiden „Lokalmatadoren“ also ein guter Ruf vorausgeht, waren alle 350 Plätze im Forum (Gesellschaftssaal) der Lausitzhalle besetzt.

Die beiden „ewig Blauen“ kamen mit ihrer Best-Of-Tour, die in den Dörfern zwischen Leppersdorf und Geierswalde entstand, bestens an. Im Mittelpunkt des Programms stand der Lausitzer Alltag, den es deutschlandweit ebenso gibt, wenn Männer „unter dem Pantoffel“ ihrer Ehefrauen stehen. Da wurde dem Leben so manche amüsante Szene abgelauscht.

Blaue Fahnen im Sommerwind

Immer unter dem Motto: Ilona und Bärbel und ihr Unverständnis für das Treiben von Blumi und Hans Jürschn, die das als weiblichen Terrorismus deuten und diesen vor allem am Bierhahn und beim Frühschoppen bekämpfen. Immerhin zwei Stunden lang mit großen Lach-Erfolgen – weil dabei auch die Farbe „Blau“ eine große Rolle spielte. Blumi hatte einst in der FDJ-Singebewegung „Blaue Fahnen im Sommerwind“ intoniert – und weil er dabei selber eine „blaue Fahne“ hatte, flog er dort raus. Das war kurz vor der Wende, die wie ein Segen kam, denn seit 20 Jahren geht es nun bei den „Bierhähnen“ ganz legal blau zu: „Blau, blau, blau wie der Enzian“, „Mein himmelblauer Trabant“ – niemand nimmt daran heute Anstoß. Außer Ilona und Bärbel natürlich mit ihrem häuslichen Terrorismus! Umgetextete Schlager von einst und heute gaben den Sketchen Würze: „Frauen sind zickig und Männer sind schnuckel“ oder „Sag mir, wo er steht“– die Doppeldeutigkeiten begeisterten vor allem die Frauen im Publikum. Kein Wunder: Kam die „bessere Hälfte“ nicht auch schon mal mit 4,7 atü „auf dem Kessel“ und ohne Führerschein vom Frühschoppen?

Geldverdienen leicht gemacht

So wie Blumi. Da musste dann Ilona den alten „Corsa“ fahren – vier Jahre und sieben Monate lang … Es wurde noch so manche andere Wahrheit aus dem Eheleben ans Licht geholt. Dazu gehörten solche Klassiker wie das Einkaufen im Supermarkt, sehr gut der Realität abgelauscht oder als der wohlbeleibte Blumi an der „Blauen Adria“ in Bautzen lag und von anderen Besuchern Geld bekam, weil sie dachten, sie sind im Urzoo Kleinwelka …

Hellfried Pilsator sagt adé

Nicht fehlen durfte „Hellfried Pilsator“, der Weltmeister im Bierathlon. Auf diese Szenen hatten die Besucher besonders gelauert. Vor allem auf die, wo der „Weltmeister“ gleich zwei halbe Liter Pilsner in einem Zug in seinen Rachen kippt. Später verabschiedete sich Hellfried Pilsator vom Bierathlon, haute sich einen halben Liter Milch hinter die Binde und sang danach „Gute Reise, schönes Pilsner“. Ob das wirklich ernst gemeint war???

Die beiden ließen als Zugabe mit „Rammstein in der Volksmusik“ noch einen Knüller gucken, danach konnten die Besucher die zweite CD der „Bierhähne“ kaufen.

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