Radeberger Bierhahn trauert um seinen Vater
Der Dresdner Musik- Professor Hans Hombsch ist tot. Einer seiner beiden Söhne gehört zum Comedy- Duo Radeberger Bierhähne.
Von Jens Fritzsche

Die japanische Zeitung „Tokio Times“ nannte ihn den „besten Bass-Posaunisten der Welt“. Das war während einer Japan-Tournee der Dresdner Staatskapelle – und die Rede war vom Dresdner Musik-Professor Hans Hombsch, der 45 Jahre lang bis zum Sommer 2001 Musiker der Staatskapelle war. Am 28. Januar hat sein großes Musiker-Herz aufgehört zu schlagen, kurz vor seinem 74. Geburtstag – heute Nachmittag werden ihn seine Familie und seine Freunde auf dem Friedhof in Dresden-Tolkewitz zu Grabe tragen.
Offen für alle Musik-Spielarten
„Er war ein Musiker, der für alle musikalischen Spielarten offen war“, schwärmt sein Sohn Hans-Jörg Hombsch, Teil des Musik-Comedy-Duos Radeberger Bierhähne. „Und auch diese Art Musik hat ihn begeistert, er hat sogar viele seiner ehemaligen Staatskapellen-Freunde angerufen und gesagt, sie sollten sich das unbedingt mal ansehen.“
Hans Hombsch war nie stur festgelegt auf bestimmte musikalische Stile, auch, wenn er vor allem in der klassischen Musik zu Hause war. Hans Hombsch spielte Jazz in Gunter Emmerlichs Semper-House-Band, war Musiker in der legendären Dresdner Theo-Schumann-Combo, spielte bei den Dresdner Tanzsinfonikern, im Blechblas-Ensemble des Dresdner Star-Trompeters Ludwig Güttler und bei den Blasewitzer Musikanten. „Und die erste Musik, die er mir als Kind vorspielte, waren Lieder der Manfred Man‘s Earth-Band, den Beatles und den Rolling Stones“, erinnert sich Hans-Jörg Hombsch an seinen Vater – „aber natürlich hat er mir auch die Klassik nahe gebracht.“
Aber nicht nur seinen beiden Söhnen hat Hans Hombsch vieles mit auf den musikalischen Weg gegeben. An der Dresdner Musikhochschule war er Dozent; und fast schon legendär für seinen lebendigen Unterricht. Und auch Hans-Jörg Hombsch gehörte dort zu seinen Schülern: „Er war ein strenger Lehrer, weil er wollte, dass es seine Schüler zu etwas bringen sollten“, sagt er. Vieles davon konnte Hans-Jörg Hombsch später als Posaunist der Dixie-Band Jackpot oder der Rockband Jessica gut gebrauchen.
Hans Hombsch wird fehlen. Und das ist nicht nur eine Floskel.