Bierhähne im Premierenfieber
von Jens Fritzsche, Sächsische Zeitung 23.04.2008

Im Biertheater rinnt jede Menge Proben-Schweiß. Am1.Mai hat der neue Bierhahn-Schwank „Chaos im Rathaus“ hier Uraufführung.
Kaffeekannen, halbvolle Tassen, ausgedrückte, halbaufgerauchte Zigaretten in Aschenbechern und Textbücher auf den Tischen. Der Biertheater-Saal im Kaiserhof ist leer und liegt dunkel, nur in Richtung Bühne schicken Scheinwerfer grell ihr gelbliches Licht. Vor den Fenstern dröhnen Lkw durch den Vormittag. Und aus dem Halbdunkel der ersten Tischreihe vor der Bühne schallt eine feste Stimme: „So, ab Stichwort Pizza, bitte nochmal das Ganze…“ Es ist Regisseur Holger Böhme, der da ruft – und auf der Bühne stehen Hans-Jörg Hombsch und Holger Blum; besser bekannt als die Radeberger Bierhähne. Gemeinsam mit Frank Müller, Jens Albrecht und Cony Wilhayn stehen sie dort. Proben-Atmosphäre, Anspannung, und doch immer wieder Platz für einen Witz. Und Lachen. Natürlich. Das, was hier geprobt wird, ist schließlich ein Schwank. Und doch ist es sichtbar harte Arbeit – Satz für Satz, Witz für Witz, Geste für Geste müssen sich die Akteure erarbeiten. „Am Ende muss es locker aussehen und die Leute sollen sich amüsieren“, sagt Holger Blum und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Bis zum 1.Mai muss alles sitzen. Dann hat das Stück unter dem Titel „Chaos im Rathaus“ Premiere.
„Wir wollten mal nicht die von uns gewohnte Musik-Comedy machen, sondern einen richtigen Theaterabend schreiben“, sagt Hans-Jörg Hombsch. Schwanger, sagt er dann, seien er und sein Bierhahn-Partner Holger Blum mit der Idee schon seit Jahren gegangen. „Nun musste sie einfach mal raus“, grinst „Blumi“. Die Idee, dass in einer kleinen Stadt ein kleines Rathaus steht, in dem so manches kleine Geschäft stattfindet, das ein klein wenig ungesetzlich ist. Nun kommt aber aus der Hauptstadt Berlin eine Kontrolle – und im kleinen Rathaus beginnen damit große Probleme…
Auch politische Anspielungen
Geworden ist es ein Schwank, der natürlich an vielen Ecken auch Möglichkeiten für aktuell-politische Anspielungen lässt: „Die Politik ist nicht die Verwaltung des Wünschenswerten, sondern Politik ist die Verwaltung des Machbaren…“, lautet zum Beispiel einer der Sätze, die Hans-Jörg Hombsch als Bürgermeister Stutenhügel im Stück sagt. Und natürlich darf auch ein ironischer Hinweis auf das leidige Thema Waldschlößchenbrücke nicht fehlen…
Zu erleben ist das Stück ab 1.Mai, die ersten Vorstellungen (2./3.Mai) sind bereits ausverkauft, Restkarten gibt es noch für den 28.Juni:www.biertheater.de